Igel

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Igel Quelle: Wikipedia

Schulbesuch zum Thema Igel

Liebe Freunde,

heute möchte ich mal etwas über einen Schulbesuch erzählen, wie ich es seit vielen Jahren immer wieder erlebe. Alljährlich im Herbst ist auch in den Grundschulen der Igel ein Thema u. die Anrufe und Bitten, in die Schulen zu kommen, häufen sich.

Gestern war so ein Tag. In der Parallelklasse war ich schon und das Lehrpersonal hat wohl untereinander erzählt und prompt - wieder ne Anfrage.

Das sind Dinge die ich so gern mache, weil Kinder wunderbare Multiplikatoren und Informanten sind.

Nun, durch meine Kurstätigkeit beim DRK hat man ja so ein klein wenig Unterrichtsmethodik u. Didaktik lernen können, die man gut auf die Arbeit mit den Schülern übertragen kann. Wir hatten früher ein Sprichwort: Wenn alles schläft und einer spricht, dann nennt man sowas Unterricht. Bei mir wird nicht geschlafen!

Ich stelle mich den Kindern vor, nachdem ich sie begrüßt habe u. sie antworten immer ganz fröhlich und gucken mich so erwartungsvoll an. Dann sage ich ihnen, daß ich mich um Igel kümmere und frage sie, ob das wohl überhaupt nötig ist und was Igel denn sind - Haustiere oder Wildtiere.

(Erfahrungsgemäß gehen da schon die Ansichten ziemlich auseinander.)
Nun, wenn wir geklärt haben, daß Igel Wildtiere sind, dann klären wir rasch,
welche Igel Hilfe brauchen und welche nicht und daß diese Hilfe richtig sein
muß , damit die Tiere wieder glücklich und frei leben können. (Wir
beantworten die Frage, ob sie wohl glücklich wären, wenn ein Riesenelefant
sie mit dem Rüssel packen und für lange Zeit in den Stall sperren würden - )
Also nehmen wir nur Igel auf, die uns wirklich brauchen.

Dann zeige ich ihnen Bildtafeln mit Bildern , die die guten Lebensräume der Igel zeigen und wir erarbeiten zusammen, was der Igel dort findet -Unterschlupf-Nahrung. Wir erarbeiten, was der Igel in der Natur frißt. Die Kinder sind immer mit Feuereifer dabei.Dann zeige ich Bilder von der Gegend hier - intensive Landwirtschaft, Kraftwerke, Bauer spritzt, Felder bis zum Horizont. Und die Kinder sagen mir ganz klar - nein, da kann kein Igel leben.

Dann geht es weiter - Igel kommen in unsere Gärten - sie müssen dabei über die Straßen, das ist eine große Gefahr. Bilder von Gärten zeigen auch, daß z. B. ein Teich mit steilem Rand eine Ausstiegshilfe hat. Das begreifen die Kinder schon, daß ein hineingefallener Igel ohne diese Hilfe ertrinken müßte, weil er nicht rauskommt. Wir zeigen Gartengeräte und undeutliche Bilder, was diese Geräte anrichten, wenn man nicht nachschaut ob ein Igel unter Zweigen ruht. Aber auch einen schadhaften Zaun und Gartenfeuer sehen wir und einen Hund vor einem Igel.

So schaffe ich Problem bewußtsein bei den Kindern, daß Igel in unserem Umfeld kein Paradis haben und - sie sehen Pflanzen, die nicht heimisch sind. Die Igel finden Unterschlupf, aber durch Mangel an Wildkräutern, auch Artenmangel an Insekten, Rückgriff auf Würmer, Schnecken, die die Zwischenwirte der Innenparasiten sind u. die Igel krank und schwach machen, dann weggeworfene Butterbrote oder Trinkbecher. Das macht doch sehr betroffen und die Kinder beschließen, nichts mehr in die Landschaft zu werfen, was verderben u. Igel krank machen oder sie verletzten kann.

Dann zeige ich Bilder von gesunden Igeln und wir arbeiten die Merkmale raus, wie sieht der Körper aus, die Augen, die Nase, die Stacheln Dann folgen Bilder vom kranken Igel, wir arbeiten die Unterschiede heraus u.die Kinder erkennen an Hand der Bilder sehr genau die Unterschiede.

Oft werde ich gefragt, ob ich auch einen lebendigen Igel mit in die Schule bringe. Das tue ich nie und die Kinder begreifen und akzeptiere es sehr gut und schnell, wenn ich sie frage, ob sie, wenn sie krank sind, auch in die Schule müssen.

Nun, die Igel in der Station sind auch krank und müssen nicht in die Schule und außerdem - ob sie wohl in der Nacht aufstehen und zur Schule gehen möchten. Nein, nun die Igel sind nachtaktive Tiere u. müssen am Tag schlafen, darum gehören sie nicht in die Schule, außerdem ist es für die Tiere Streß, sie zu kutschieren und alle wollen anfassen, aber dafür habe ich Präparate. Und das macht dann auch Spaß.

So ich frage die Kinder auch immer, ob sie viel Hunger haben, wenn sie Fieber und Husten haben, also richitg krank sind. - Nein, nun den Igeln geht es genau so, wenn sie krank sind, mögen sie nicht fressen. Dann frage ich immer, was ihre Mütter mit ihnen machen, wenn sie krank sind, die Kinder waren alle schon mal krank und wissen - sie gehören ins Bett, zum Kinderarzt und der verschreibt Medizin. Nun, da die Kinder bei Krankheit keinen Appetit haben - Igel auch nicht, heilt also eine Erkrankung nicht von Unterschlupf u. Futterangebot, sondern sie müssen zum Tierarzt oder in eine Igelstation.

Und als Schmankerl kommen noch Bilder von Babyigeln u. alle Kinder sind noch mal voll da, wenn ich von Babys spreche, deren Mutter krank wurde u. sterben mußte oder die ertrunken ist oder überfahren wurde u. dass Babys wie Menschenbabys Muttermilch brauchen und wir ihnen nicht irgendeine Milch geben dürfen, sondern eine besondere Milch, die der Igelmuttermilch so ähnlich wie möglich gemacht wurde, das begreifen sie sehr gut u. daß man auch wissen muß wieviel und wie oft man sie füttern muß u. daß man die Bäuchlein reiben muß.

Natürlich kommen auch die aufgezeigten Fingerchen zu ihrem Recht u. dadurch erfahre ich sehr viel, wie aus Unkenntnis oft Igel gequält, fehlernährt fehluntergebracht oder unversorgt bleiben und sterben. Ich hüte mich, die Kinder zu maßregeln, aber ich bitte sie, ihren Eltern zu erzählen, was sie in der Schule gehört und gesehen haben und wo sie Informationen bekommen. Die Lehrer sind immer begeistert und ich? Ich bin immer glücklich, wenn ich mit so begeisterten Kindern arbeiten durfte.
L.G. Karin

 

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